Die meisten packen nach Volumen: Der Karton wird gefüllt, bis nichts mehr hineinpasst, dann kommt der Deckel drauf. Bei Kleidung und Bettzeug geht das gut, bei Büchern geht es schief. Rechnen Sie kurz mit: Ein gebundenes Buch mit rund fünfhundert Seiten wiegt etwa 700 Gramm und misst etwa 22 mal 15 mal 3,5 Zentimeter, belegt also gut einen Liter. Daraus ergibt sich eine Packdichte von rund 0,6 Kilogramm je Liter. Ein Standardkarton von 60 mal 33 mal 34 Zentimetern fasst rund 67 Liter. Voll mit Büchern wären das etwa vierzig Kilogramm.
Vierzig Kilogramm bekommt niemand allein sauber über eine Treppe, und der Kartonboden hält es auch nicht lange aus. Genau deshalb gibt es den Bücherkarton. Er ist nicht der Karton für Leute mit wenig Besitz, sondern eine eingebaute Gewichtsbremse: Bei rund 45 Litern Rauminhalt ist bei etwa 27 Kilogramm Schluss, selbst wenn man ihn bis oben füllt. Wer schwere Sachen in den großen Karton packt, hebelt diese Bremse aus.
Eine gesetzlich festgelegte Obergrenze für einen Umzugskarton gibt es nicht. In der Praxis hat sich die Marke von etwa zwanzig Kilogramm eingebürgert, weil das ungefähr das Gewicht ist, das ein Mensch allein eine Treppe hinaufträgt, ohne die Stufen zählen zu müssen. Wer darüber liegt, braucht für jeden einzelnen Karton zwei Personen, und dann dauert der Umzugstag genau doppelt so lange wie geplant.